Jukola-Staffel
Allgemeine Informationen
DIE JUKOLA-STAFFEL findet jedes Jahr am dritten Samstag im Juni statt. Sie besteht aus zwei Staffeln: aus der eigentlichen "Jukola" (sieben Strecken - für Männer) und der "Venla" (vier Strecken - für Frauen). Sie ist einer der grössten Orientierungslaufwettkämpfe der Welt und zieht Jahr für Jahr über 11'000 Teilnehmer an.
Die erste Jukola fand 1949 mit 41 reinen Männerteams statt und wird seither jährlich durchgeführt, jedes Mal in einer andern Region Finnlands. Ab 1951 wurde für die Frauen ein Einzelwettkampf durchgeführt, ab 1978 dann die Venla.
Die Teilnehmerzahlen steigen momentan stetig an und erreichten in den letzten Jahren 1350 Teams bei der Jukola und 850 bei der Venla. Der Prozentsatz der ausländischen Teams liegt bei ca. 20% und setzt sich aus rund 20 verschiedenen Nationalitäten zusammen.
Qualitativ hochstehende Organisation
Nicht nur die Finnen selbst, auch die ausländischen Teams bewerten Jukola und Venla seit Jahren als die organisatorisch höchststehenden Staffeln der Welt. Dies dank folgenden Faktoren:
der Austragungsort der Staffeln ist jedes Jahr verschieden; und es ist eine Ehre für den organisierenden Klub und seine Partner, eine perfekte Organisation auf die Beine zu stellen;
die Zusammenarbeit und die Weitergabe von Informationen und Erfahrungen unter den Veranstaltern hat eine lange Tradition;
das erfahrene Auswertungsteam lenkt und überwacht die Organisation Jahr für Jahr, und hat das System zur Wettkampfauswertung ständig weiterentwickelt.
Für Elite und Amateure
Die Jukola ist ein qualitativ hochstehender Wettkampf, an welchem die besten Orientierungsläufer der Welt teilnehmen. Die meisten Teams jedoch haben niedrigere Ambitionen. Für sie zählt die Teilnahme und das Durchhalten.
Der Prozentsatz von reinen Klubteams beträgt rund 80%. Von den übrigen sind die meisten Firmenteams, oft aber auch Familienteams oder ad-hoc zusammengewürfelte Gruppen von OL-Angefressenen, deren gemeinsames Ziel ist, an dieser einzigartigen Staffel dabeizusein und teilzunehmen. Das zum Erreichen dieses Ziels notwendige Training ist denn auch ein fester Bestandteil der Tradition!
In der Regel verbringen 30'000 - 40'000 Personen die Nacht im Wettkampfzentrum, zusammen mit den Teilnehmern auch Betreuer, Familienmitglieder und Zuschauer, und Tausende von Zelten und Wohnwagen werden aufgestellt.
Der Name "Jukola" geht auf Aleksis Kivi, den Finnischen Nationalschriftsteller aus dem 19. Jahrhundert, und sein Epos "Seitsemän veljestä" (die Sieben Brüder) zurück. Der nationale Charakter dieses Werks brachte die Initianten der Staffel auf die Idee. Das Jukola-Logo wurde vom Künstler Totti Noisniemi entworfen.
Die ganze Nacht hindurch
Die sieben Strecken der Männerstaffel variieren zwischen 7 und 15 km. Der Start erfolgt am Samstagabend gegen 23 Uhr. Die Läufer der ersten bis dritten Strecke tragen eine Stirnlampe, je nach der geographischen Lage der Austragungsregion und den meteorologischen Verhältnissen. Das Siegerteam überquert die Ziellinie am Sonntagmorgen zwischen 6 und 7 Uhr, aber auch bei Zielschluss um 14 Uhr treffen noch vereinzelte Teams im Ziel ein.
Die Damenstaffel findet bereits am Samstagnachmittag statt. Gegen 15 Uhr wird zur ersten Strecke gestartet. Die besten Teams benötigen etwa drei Stunden für die vier Strecken mit einer Länge von 5 bis 8 km.
Die Organisatoren
Die Jukola wird normalerweise von einem bis drei Klubs organisiert. Diese werden dreieinhalb Jahre vor dem grossen Tag aus bis zu sechs Kandidaturen ausgewählt. Das Organisationskomitee besteht aus zehn bis zwanzig Personen und arbeitet während der ganzen Zeit auf den Wettkampf hin, wo zwischen 1200 und 1500 Funktionäre auf dem Platz stehen.
Normalerweise sind eine bis drei Personen in einem Teilzeitverhältnis angestellt. Die meisten jedoch arbeiten ehrenamtlich, seien es Mitglieder der organisierenden Klubs oder andere vom Flair dieses Wettkampfs faszinierte Personen. Es war nie schwierig, Helfer zu finden: für jede Jukola werden 12'000 bis 15'000 Arbeitstage ehrenamtlich geleistet!
Zusätzlich zu Start und Ziel müssen im Wettkampfzentrum diverse andere Anlagen errichtet werden, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten: Toiletten, Duschen, Sauna, Restaurants, Sekretariat, Medienbüro, Gästezelt. Dazu kommen Einrichtungen für Elektrizität, Kommunikation, Wasser und Abwasser.
Die Dirigenten
Die Jukola wurde durch die Vereinigung der "Kaukametsäläiset" gegründet, was soviel wie "Hinterwäldler" bedeutet. Die Kaukametsäläiset besitzen die Rechte an der Jukola.
Der Steuerungsausschuss besteht aus je einem Repräsentanten der Kaukametsäläiset, des Finnischen OL-Verbandes, und des Hauptsponsors, die finnische Armee ( der Tageszeitung "Helsingin Sanomat" -2004). Er vergiebt das Recht zur Austragung der Jukola und lenkt, unterstützt und überwacht die lokalen Organisatoren.
Natur
Die Organisatoren der Jukola und die Waldbesitzer, Jäger und Ökologen setzen sich seit Jahren zusammen und treffen Massnahmen, um die Auswirkungen der Jukola auf die Natur zu minimieren, z.B. durch geschickte Wahl des Wettkampfzentrums, zweckmässige Signalisation, Schutzzonen und rücksichtsvolle Bahnlegung.
Eine umfassende Studie, welche 1995 bis 1999 durchgeführt wurde, zeigt, dass die wenigen Spuren, welche der Wettkampf im Gelände hinterlässt, mehrheitlich innert Kürze wieder verschwinden.
Möchtest Du teilnehmen?
Die Anmeldung erfolgt bevorzugt Klubweise und muss spätestens einen Monat for dem Austragungsdatum beim Organisator eintreffen. Frühanmelder erhalten einen Rabatt.
Für die Teilnahme an der Jukola wird ein Mindestalter vorgeschrieben. Frauen können in einem Firmen- oder Familienteam an der Jukola teilnehmen, sofern sie auf die Venla verzichten.
Der Wettkampf findet zu Sommerbeginn statt, mit Temperaturen von 15-25 Grad tagsüber und 5-15 Grad nachts. Die ausländischen Teams können ein geheitztes Militärzelt mieten, welches von den Organisatoren am Wettkampfort aufgestellt wird. Die Organisatoren vermitteln auch Hotelzimmer, Schlafplätze in nahegelegenen Schulen, und Sommerhäuschen.
Der öffentliche Verkehr in Finnland funktioniert gut und die Preise sind vernünftig. Die Strassen sind gut ausgebaut und die Verkehrskultur is diszipliniert.
Source: www.jukola.com














